Einige Futterpflanzen

Es muss nicht immer Mais sein. Immer mehr Biogasanlagenbetreiber probieren andere Mischungen.

Die unstenstehenden Meldungen sind nicht immer topaktuell. Bitte bei den entprechenden Ämtern nachlesen.
Unterschieden werden: einjährige und mehrjährige Pflanzen;
Soloanbau und Mischkulturen LINK (Versuche in Bayern).

Die Eignung von Steinklee, auch Bokharaklee genannt, als Biogaskultur wurde in der LFA MeckPomm getestet. Im Ergebnis stellt die fast vergessene Kultur eine sehr interessante Ergänzung zum Mais für leichte Standorte dar.

Im Forschungsprojekt der LFA lagen die Erträge auf den Versuchsflächen in Gülzow im Ansaatjahr im Mittel zwischen 2,5 und 8 Tonnen Trockenmasse pro Hektar (t TM/ha); im Hauptnutzungsjahr zwischen 10 und 15 t TM/ha. Die Wissenschaftler der LFA rechnen mit einem Potenzial zur Ertragssteigerung durch züchterische Maßnahmen von mindestens 15 Prozent.

Die Methanerträge lagen im zweiten Vegetationsjahr bei zwei Schnitten in Summe bei bis zu 3.000 mCH4/ha. Die Methanerträge im Ansaatjahr waren differenzierter und bewegten sich zwischen 1.200 und 2.850 m3 CH4/ha. LINK zur Meldung, LINK zur Studie (über 200 Seiten).

Kleegras, wächst überall, Bienenweide und Erträge wie etwa Mais.
Diese Pflanze wächst auch da, wo Silomais keine Chance hat. Sie blüht, macht ordentlich Masse und ist auch als Futterpflanze hervorragend.
Ergebniszusammenfassungdes TfZ

Durchwachsene Silphie (Silphium perfoliatum L.) aus der Gattung Silphium aus der Familie der Asteraceae (Korbblütler), sehr gut als Bienenweide geeignet.
Diese Pflanze wird bislang erst versuchsweise als Energiepflanze angebaut, ihre Kultivierung ist aktuell noch mit einigen Schwierigkeiten verbunden. Alle im Text angegebenen Hinweise sind als vorläufige Empfehlungen zu verstehen.
Das „neue“, aus Nordamerika stammende Silphium war nach Europa eingeschleppt worden; es umfasst mehr als 20 Arten, bekannt ist zum Beispiel Silphium laciniatum, die Kompasspflanze. Kriterien, die gleichfalls gegeben sein müssen, sind hohe Biomasseertäge und hohe Methanausbeuten.
Die Silphie ist auch hier vielversprechend: Die Erträge bewegen sich ab dem zweiten Jahr zwischen 13 und mehr als 20 Tonnen Trockenmasse pro Hektar und auch die Methangehalte sind mit denen von Mais vergleichbar.
Ausblick:
Die Durchwachsene Silphie wurde als Energiepflanze in Deutschland bislang nur in Versuchsanbauen der TLL systematisch untersucht. Die dort gesammelten vielversprechenden Ergebnisse müssen noch einige Jahre weiter abgesichert werden. Ebenfalls noch offen ist die Frage, wie der große Aufwand im ersten Pflanzjahr verringert und so überhaupt erst ein Markteintritt für die Art zu schaffen ist. Ohne diesen wird sich die Silphie nicht als kommerzielle Energiepflanze etablieren können und damit für den Praktiker uninteressant bleiben. Den Bedenken gegenüber steht jedoch das große Potenzial der massenwüchsigen, ausdauernden und – abgesehen vom ersten Jahr – sehr anspruchslosen Pflanze.
Ob die Silphie also einmal eine ähnliche Bedeutung als Energielieferant erlangen wird, wie sie das antike Silphium als Heilpflanze, Gewürz und Tauschmittel hatte, wird erst die Zukunft zeigen.

Sorghum (Hirse) mit interessanten Erträgen
Ergebnisbroschüre Nr. I–1/2014(3. Auflage)
Zusammengestellt von der Arbeitsgruppe I (Substratproduktion) im „Biogas Forum Bayern“,
TfZ (Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe Bayern)

Amaranth. Wärmeliebend aber rel. anspruchslos was den Boden betrifft
Auf Grundlage der Erkenntnisse aus einem Versuchsanbau am Standort Straubing kann Amarant grundsätzlich Potenzial als Energiepflanze zugesprochen werden. Die hohen Spurenelementgehalte im Substrat prädestinieren die Kulturart für einen Einsatz in der Biogaserzeugung. Als kritisch zu bewerten ist bis dato das stark witterungsabhängige Abreifeverhalten und die damit verbundene, schlechte Silierfähigkeit. Eine Anbauempfehlung für die Praxis wäre deshalb aktuell verfrüht. Ergebnisse erster Versuche um Straubing: BroschüreLink

Ampfer (RUMEX) statt Mais?
2009, Fachverband Biogas, Freising, Tel.: 08161 9846-60, E-Mail: info(at)biogas.org
Die Zahl der Biogasanlagen-Betreiber, die nach Alternativen zum kostspieligen Maisanbau suchen, wächst kontinuierlich; denn viele Biogasanlagen bekommen zunehmend Probleme mit der Finanzierung.
„Auch hierzulande spürt die Branche die Auswirkungen der Finanzkrise. Die Banken sind vorsichtiger geworden, viele Anlagen bekommen Finanzierungsprobleme. Wir gehen davon aus, dass jede dritte Anlage davon betroffen ist“, berichtete vergangene Woche Hans-Jürgen Schnell, Vizepräsident des Fachverbandes Biogas.
Primär werden preiswertere Substrate in Betracht gezogen wie „Topinambur Lola“ oder der Hybrid „RUMEX Schavnat“, eine vor 15 Jahren in der Ukraine gezüchtete Ampfersorte. Seit zwei Jahren wird die urheberrechtlich geschützte Sorte von HOLUB-Consulting in Arrach vertrieben. Deshalb gibt es die meisten „RUMEX Schavnat“ Referenzen im süddeutschen Raum und dort am häufigsten auf der Schwäbischen Alb und dem Bayerischen Wald. Das erklärt sich durch die Fähigkeit von RUMEX, auch mit rauerem Klima gut klarzukommen. Schließlich gehörte die Ukraine mal zu Russland.
Obwohl diese Kultur in der Tschechischen Republik schon seit 10 Jahren hauptsächlich als Brennstoff angebaut wird, liegen kaum Erfahrungen mit der Silierung und Methanbildung vor. Die wissenschaftlichen Ergebnisse der LfL Bernburg, der LLH Bad Hersfeld und der TFZ in Straubing stehen noch aus und werden frühestens nächstes Jahr veröffentlicht.
Daher ist ein Versuch der tschechischen Versuchsanstalt BIOM für interessierte Landwirte und Biogasanlagen-Betreiber von großem Interesse. Bei dem Versuch wurde die Methanbildung von Mais und RUMEX Schavnat im Labor verglichen.
Die Gaswerte unterschieden sich dadurch, dass der Mais in den ersten 14 Tagen mehr Gas erzeugte, wogegen RUMEX ab dem 17. Tag die Gasentwicklung von Mais deutlich übertraf und am Ende des 25-tägigen Versuchs lagen beide Probanden gleichauf.

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AnjaOdendahl