@umwelt@Keine Pflanzengifte mehr auf kreiseigenen Grünflächen

Landkreis Miesbach macht Ernst, 2017

Achergauchheil

Die Verwaltung des Landratsamtes Miesbach hat nun umfassend die Verwendung von Pflanzengiften auf seinen Liegenschaften verboten – schönfärberisch als „Pflanzenschutzmittel“ umschrieben. Das Verbot gilt für alle Bereiche des Landratsamtes und für alle Flächen. Der Nichtverwendung haben auch die Kommunalunternehmen zugestimmt, so das Krankenhaus Agatharied, das Seniorenzentrum „Der Schwaighof“ und das Verwertungsunternehmen VIVO. In einer Dienstanweisung heißt es, auch für das Amt tätige Drittunternehmen unterstehen diesen Regeln. Ausnahmen sind nur bei zwingenden Gründen mit schriftlicher Genehmigung des Landrates möglich.

„Ich halte dies für einen wichtigen Schritt hin zu gelebtem Umweltschutz“, sagte Landrat Wolfgang Rzehak, „für die Bürgerinnen und Bürger ist es sehr wichtig, dass wir diese Gifte aus unseren natürlichen Kreisläufen verbannen. Selbstverständlich hoffe ich, dass andere Landkreise oder Gebietskörperschaften diesem Vorbild folgen. Auch für Privatpersonen und für Wirtschaftsunternehmen wollen wir als öffentlicher Dienst ein Vorbild sein. Unser Wunschziel ist es, den ganzen Landkreis Miesbach – die Natur und die Menschen – endgültig von diesen gefährlichen Giften zu befreien. Ein erster Schritt ist gemacht!“
Beschluss

Alternative: Heißwasser
Alternative, viel weniger aggressive Methoden der Wildkräuter-Kontrolle funktionieren bereits sehr wirksam: Bei der nächsten Bürgermeisterdienstbesprechung am Montag soll den Gemeindevorstehern vorgeführt werden, wie die Regulierung nur mit heißem Wasser arbeitet. Ein Mitarbeiter der pro communo AG wird ein Großgerät vorstellen.  Dazu heißt es: „Mit modernen Heißwasserverfahren wird das Unkraut hocheffizient und gleichzeitig umweltfreundlich bekämpft. Sowohl auf gekiesten Wegen wie auch auf gepflasterten Flächen wird mittels Sensorik das organische Material erkannt und dann gezielt mit Heißwasser behandelt. Wurzeln werden geschädigt, Samen und Blätter sterben nach der Behandlung ab. Eine Nachbearbeitung ist nicht notwendig.“

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AnjaOdendahl