Klimaschutz und Energiewende in finanzschwachen Kommunen

2020. Ein Überblick über Alternative Finanzierungsmöglichkeiten in der Kommune

Alternative Finanzierungsmöglichkeiten, neben Eigenkapital und Förderung

Zitiert, gekürzt aus der Broschüre „Klimaschutz in finanzschwachen Kommunen: Mehrwert für Haushalt und Umwelt“, Herausgegeben von difu, iöw, gefördert vom Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz

Crowdfunding (Schwarmfinanzierung):
Öffentlicher Aufruf sich zu beteiligen.

Vorteile:
Transparenz von kommunalen Projekten
Bürgerschaftliches Engagement wird aktiviert
Bei spendenbasiertem Crowdfunding sind die Kosten (für Öffentlichkeitsarbeit und Plattformanbieter) niedrig.

Nachteile:
bei kredit- oder investitionsbasiertem Crowdfunding sind die Kosten und der Verwaltungsaufwand hoch. Crowdfunding-Projekte sind gegenüber den Aufsichtsbehörden der Länder mindestens anzeige-, teilweise sogar genehmigungspflichtig.

Spendenbasierte Crowdfunding ist eine interessante Alternative für kleinere Summen. Eine gute Kooperationsmöglichkeit mit kommunalen Stadtwerken.

Einsatzfelder:
im Bereich Energieeffizienz, Erneuerbare Anlagen wie PV, Wind- und Bioenergieanlagen
Mehr dazu


Sponsoring

Hier können Unternehmen Finanz- oder Sachmittel für die Umsetzung von Klimaprojekte zur Verfügung gestellt. Hier geht es um örtliche und regionale Unternehmen. Sorgfältige Auswahl ist wichtig ebenso wie die Vertragsgestaltung, was Leistung/Gegenleistung, Laufzeit, Zahlungsmodalitäten angeht.  (Dokumentierung, z.B.: im Zuwendungsregister der Kommune)

Vorteile:
Der Verwaltungsaufwand und die Gegenleistung der Kommune können sehr gering sein.
Sponsoring ermöglicht, verhältnismäßig große Geldbeträge zu akquirieren.
Nachteile:

Für noch unerfahrene Kommune ist der Arbeitsaufwand höher.
die transparente Abwicklung und Dokumentierung der Sponsoring-Aktivitäten kostet Ressourcen.
Für finanzschwache Kommune gut geeignet; lediglich der Arbeitsaufwand und die mangelnde Verfügbarkeit regional ansässiger Sponsoren können die Umsetzung erschweren.
Mehr dazu: SK:KK „Wie Sie mir Aktionstagen Menschen begeistern. Tipps und Ideen für eine erfolgreiche Veranstaltung"   

 

Klimaschutzfonds:

Ein Geldmittelbestand, der für zweckgebundene Maßnahmen verwendet werden kann; eine separate Wirtschaftsführung.

Vorteile:
Die Mittel müssen nicht in einem Jahr ausgegeben werden; sondern sie können auch angespart werden für Folgemaßnahmen.
Ein Klimaschutzfonds fördert das Bewußtsein für das Thema bei Bürgern und kann für private Investitionen anregen.

Nachteile:
Die Einführung des Fonds erfordert den politischen Wollen aller Beteiligten.
Verwaltungsaufwand!

Ein Überblick über die Unterschiedlichkeit von Klimaschutzfonds bietet die Kurzstudie des Wuppertal Instituts.   
Ein Beispiel für eine Richtlinie eines Klimaschutzfond hat die Stadt Celle  

 

Energiegenossenschaften

Engagierte Bürger*nnen schließen sich zusammen um ein oder mehrere Projekt zu investieren. Je nach Satzung können sich auch lokale, oder regionale Unternehmen beteiligen.

Vorteile:
Personalaufwand für die Kommune ist gering
Energieprojekte sind Öffentlichkeitswirksam und befördern das Thema.
Großes Potenzial für lokale Wertschöpfung.
Nachteile:
Rechtliche Dinge (beim Bayerischen Genossenschaftsverband nachfragen, helfen sehr gern)
Ohne engagierte Bürger*nnen funktioniert es kaum.

Gemeinsam stärker. Wie Kommunen und Bürgerenergiegenossenschaften gut zusammenarbeiten" Landesnetzwerk BürgerEnergieGenossenschaften Rheinland-Pfalz e.V. 

"Klimaschutz für finanzschwache Kommunen

Kategorien: Allgemein

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AnjaOdendahl